Sonntag, 24. Januar 2021

Dankeschön!

Heute möchte ich ein riesiges Dankeschön ausrichten! Ein Dankeschön an die Verfasser der Gästebuch-Einträge dieses Blogs!

Bis heute ist es mir ein Rätsel, wie ich diesen als unterbelichteter "Computerspezialist" auf die Beine gestellt habe, überzeugt davon, dass sich kaum jemand finden lässt, der einen Blick darauf wirft, geschweige Interesse daran findet. Um so mehr freue ich mich über die lieben Zeilen von Euch, über Worte, die bewegen. 

Mehr als einmal habe ich diese Sammlung an Kindheitserinnerungen abschließen wollen, da alles als gesagt und berichtet schien. Doch geben solch herzliche Botschaften Anlass, auch künftig in den Tiefen meiner Erinnerungen nach weiteren Geschichten zu suchen, wenngleich diese nun weniger werden.


Es macht mich glücklich, wenn meine Bilder und Geschichten ein wenig Freude in den manchmal recht grauen Alltag bringen. So wünsche ich allen Lesern und Guckern hier stets erhellende Momente, in Zeiten wie diesen Gesundheit und alles erdenklich Gute!

Dankeschön!!!


("Wenn man seine Kindheit bei sich hat, wird man nie älter."
Johann Wolfgang von Goethe)

Sonntag, 6. Dezember 2020

Jahr ein, Jahr aus

 Es gibt Jahre, an die kann man sich beim besten Willen nicht erinnern. Sie begannen hoffnungsvoll mit Wünschen oder gar Vorsätzen und endeten fixe zwölf Monate später im Raketenflug. Jahre ohne große Ereignisse, besondere Begegnungen oder wegweisende Veränderungen. Eigentlich gute Jahre, weil man sich in ihnen von denen mit nicht so guten Erinnerungen, oder von den schönen und aufregenden, erholen konnte.

Ich weiß nicht, inwieweit sich das ausgehende Jahr 2020 in das allmählich voller werdende Archiv meiner Erinnerungen einlagert. Obwohl ein absolut unnötiges und unheilbringendes Virus die ganze Welt in einen verordneten Stillstand versetzte, griff trotzdem dieser abgedroschene Spruch: Das Leben geht weiter.

Und so hat es sich trotz Reisebeschränkungen, der zeitweisen Einstellung von Gastronomie und Hotellerie, ganze zweimal ergeben, dass geplante Urlaube im eigenen Land doch möglich wurden. Auch Ausflüge, Feiern mit Freunden und Familie, Projekte an Haus und im Garten, all dies war uns vergönnt! 

So gingen wir im Juni die Reise auf der B96 an, die legendäre Route vom Süden der einstigen DDR bis hoch in den Norden. 








Wir starteten in Zittau, besuchten unterwegs Bautzen,  Görlitz, Dresden, Berlin, Eisenhüttenstadt und landeten schlussendlich im Nordbezirk, wo ich zu Hause bin.


Im Sommer ging es bald wöchentlich an die Ostsee. Welch ein Vorteil, wenn kleine und große Seebäder vor der Haustür liegen. 





Zuletzt, das Vollpfosten-Virus sollte bald erneut zuschlagen, gab uns der Ostharz für ein paar Tage Abstand und Erholung. Hier war ich zuletzt im Jahre 1982 gewesen. Ein bisschen heile Welt, die sich auch jetzt noch erahnen ließ.


Nun gehen wir mit großen Schritten dem Ende dieses Jahres zu. Wieder einmal sind Häuser und Stuben festlich geschmückt, die Fenster hoffnungsvoll erleuchtet. Doch sehe ich auch das eine und andere Fenster, welches in diesem Jahr nicht mehr erstrahlt, weil ihre Bewohner es nicht mehr entzünden können.

Wünschen wir uns abermals eine besinnliche Weihnachtszeit, Stunden im Kreise der Lieben und genießen all die Momente, die sich in das Archiv unserer Erinnerungen einlagern. Hoffen wir, dass uns das neue Jahr die alten Freiheiten wiedergibt, vor allem aber, dass wir gesund und zuversichtlich bleiben.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Ein West-Paket!

 Es gibt Gerüche, die sich Zeit eines Lebens in das Gehirn gebrannt haben, wenngleich man ihnen möglicherweise nie wieder ausgesetzt sein wird. Legendär für jeden DDR-Bürger mit wohltätiger Westverwandschaft ist der Duft eines West-Paketes, gefolgt vom Besuch der eigens für Devisenbringer eingerichteten Intershops im Land der begrenzten Möglichkeiten.

Ich hatte das Glück, auch im Westen des damals geteilten Deutschlands Verwandte zu haben; sogar meine Patentante kam von dort. Später hatte es den Pfarrer unserer Gemeinde ebenfalls nach “Drüben“ verschlagen (als Rentner durfte man das, weil für den Aufbau des Sozialismus nicht mehr wichtig...), so dass ich um ein alljährliches West-Paket zum Geburtstag reicher war. 

Noch heute kann ich mich an die Aufregung im familiären Umfeld erinnern, wenn die Ankunft eines West-Paketes, sei es von Verwandten oder von für die ostdeutschen Landsleute sammelnden Landfrauen aus Niedersachsen, zu erwarten war.  Wann immer es möglich war, begleitete ich meine Mutter zur großen Post im Ort, um freudestrahlend den sorgfältig verschnürten Gruß aus einer anderen Welt nach Hause zu tragen. 

Da stand es nun! Inmitten des komplett beräumten Tisches, alle greifbaren Familienangehörigen drumherum, Mama mit der unangefochtenen Öffnungsgewalt. Und das konnte dauern! Paketband und -papier wurden nicht einfach so vom Karton gerissen, nein, es wurde fein säuberlich abgeknotet und entfaltet, um es später nochmals benutzen zu können... Recycling eben.

Und dann der große Moment! Eine Duftmischung aus Kaffee, Schokolade, Seife, Kaugummipfefferminze und Undefinierbarkeit durchströmte den Raum! Gefolgt vom Anblick der bunten Warenwelt des Klassenfeindes! Eine Offenbarung!


Ich muss zugeben, dass ich stets als Gewinner dieser Warengrüße aus der BRD hervorging. Musste sich mein Bruder weitestgehend mit Süßigkeiten zufrieden geben, gab es für die kleine Christina immer noch ein Spielzeug und später auch coole Klamotten.

Die Waren des täglichen Bedarfs wurden indess bedächtig sortiert, verteilt und eingelagert. Die für uns Kinder so verführerischen Süßigkeiten verschwanden aus unserem Blickfeld und tauchten in penibler Zuteilung ab und zu wieder auf.


Diese meist wohl durchdachten Mischkisten haben uns den Alltag in der zuweilen von Mangel geprägten Zeit in der DDR im wahrsten Sinne des Wortes versüßt, bis wir uns im Jahre 1990, vor nunmehr sage und schreibe 30 Jahren, all die wichtigen und auch unwichtigen Dinge der westlichen Kosumwelt selbst kaufen konnten. Was bleibt, ist die Freude an den kleinen Überraschungen, die Erfüllung kleiner Kinderwünsche und die Erinnerung an eben diesen ganz besonderen Duft.

Sonntag, 6. September 2020

“Kinderarbeit“

 Da soll noch einer sagen, wir wären ein arbeitsscheues Volk gewesen. Ganz im Gegenteil, konnte es der Arbeiter- und Bauernstaat gar nicht abwarten, uns Kinder der DDR an der Arbeit für das Gemeinwohl zu beteiligen.


(So nah und doch so fern... Nach vielen Jahren zu Besuch in meinem Schulgarten.)

Schon in den ersten Schuljahren brachte man uns Vorteil, Nutzen und Handhabung der Obst-/Gemüsegewinnung näher und jagte uns in den riesigen Schulgarten der Stadt.  


(Der alte “Händewaschbrunnen“ steht noch immer an seinem angestammten Platz!)

Nicht nur, dass Schulgarten als Unterrichtsfach angelegt war, nein, selbst in den großen Sommerferien mussten wir zwei Wochen lang pflanzen, jäten und ernten. Ich habe es gehasst. Kaum zu glauben, dass sich das gärtnerische Wirken später zu einem meiner liebsten Hobbys entwickeln würde.

Erst nach der Wende wurden wir um eine der unzählig auf uns niederprasselnden Erkenntnisse reicher, dass wir mit der unbezahlten Arbeit im Schulgarten den täglichen Bedarf an Obst und Gemüse der Bevölkerung unserer Stadt sicherten. Na wenn das mal kein Kapitalismus war...

Ein weiteres Unterrichtsfach in späteren Jahren hieß PA: Produktive Arbeit. Hierzu wurden die Schüler unserer Klasse nach Fähigkeiten eingeschätzt und auf produktive Zweige der heimischen Wirtschaft verteilt. Ich landete in der LPG-T (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Tierhaltung) im Bautrupp. Na toll... Zumindest wusste ich nun, wie man einen Betonmischer bedient und mit dem angerührten Mörtel eine Schweinestallbucht verputzt...

Ja, die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften prägten das berufliche Bild unserer Region. So durften wir uns außerdem, nach Erreichen der Fahrtüchtigkeit eines langstreckenerprobten Fahrrades, später Moped, auch an so schönen Aktivitäten wie Steine- und Kartoffelsammeln sowie Rübenhacken erfreuen. Hat man hierbei die riesigen Agrarflächen der DDR vor Augen, kommt einem die Durchquerung der Wüste wie ein Spaziergang vor.


Unvergessen die “Einberufung“ in das Arbeitslager (ja, das hieß wirklich so!) im Jahre 1987. Damals ging es für volle zwei Wochen in den Sommerferien zum Erdbeerpflücken an die Wohlenberger Wiek. Zwei Wochen im Hochsommer auf riesigen Erdbeerplantagen unter der Aufsicht der erbarmungslos brennenden Sonne...und des Erntebeauftragten der Anlage... Ein kleiner Trost war die allabendliche Erfrischung in der naheliegenden Ostsee und die Gemeinschaft des über Jahre gewachsenen Klassenverbandes.


All diese Tätigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft haben uns damals sicherlich nicht geschadet, zumal es gerade in der Feldarbeit auch etwas Geld zu verdienen gab. Die DDR hat es verstanden, einen Großteil seiner Bevölkerung über Gemeinschaftsprojekte in Form von Arbeit, Kultur und dies auch in der Freizeit zu vereinen, was bis heute in der Rückschau als Zusammenhalt untereinander positiv erinnert wird.


So, und die nächste Geschichte wird dann mal wieder etwas weniger staatstragend. Versprochen!

Samstag, 25. Juli 2020

Evergreens

Da ist es wieder! Das Sommerloch. Und weil mir gerade mal wieder keine Geschichten aus meiner Kindheit einfallen, gibt es etwas Kurzweil in Form von “Musik-Klassikern“, die eben diese begleitet haben.


Baccara, das Mädels-Duo meiner frühen Kindheit! Eigenhaarfarben-bedingt war “die Blonde“ (Maria Mendiola) damals stets meine Favoritin. Dabei war diese Frau - mit zeitlichem Abstand gesehen - alles andere als blond.


ABBA, unschlagbare Combo der Dauerbrenner.

Da hat es sich die Puppenindustrie der DDR doch echt nicht nehmen lassen, die Damen der Gruppe (Agnetha und Anni-Frid) Ende der 70er Jahre nachzubauen. Ich habe sie vor Kurzem im Internet gefunden und unverzüglich nach Hause geholt.


“Ein Bett im Kornfeld“ (von Jürgen Drews)

Mit diesem Lied beginnt annähernd mein musikalisches Erinnerungsvermögen. Naja, eigentlich ist es der Song “Deine Spuren im Sand“ von Howard Carpendale, aber dazu fehlt mir das passende Foto...


Costa Cordalis mit “Anita“. Der Traummann meiner frühsten Kindheit, so dass meine Pullerpuppe bis heute mit dem Namen Anita behaftet ist. Dass ich mich optisch dann nicht so ganz festgelegt habe, zeigt das nächste Bild...


Südländisches Flair aus Schleswig-Holstein: 
Die Goombay Dance Band! 

Oh, wie fand ich diese Gruppe damals toll! Den Sänger mit seiner im Nachhinein betrachtet völlig bekloppten Frisur wollte ich später uuunbedingt mal heiraten... Es hat sich zum Glück nicht ergeben. Kinder haben ein eigenartiges Verständnis für Optik und Zukunftsplanung...


Alexandra mit “Mein Freund, der Baum“

Eigentlich war ich als kleines Mädchen fest davon überzeugt, dass Menschen ewig leben. Wozu sonst der ganze Aufwand? Meine Mutter belehrte mich dann eines Besseren, indem sie mir vom frühen Tod dieser Sängerin im Jahre 1969 berichtete. Und so begann eine bis heute anhaltende Erkenntnis, dass heile Welt kein Selbstverständnis ist.


Cindy und Bert

Emanzipation in Reinkultur: Sie ausgestattet mit Talent zum Singen und gutem Aussehen, er... ähm... naja... wenig schmückendes Beiwerk.


“Sieben Fässer Wein“ von Roland Kaiser

Manchmal sprechen Bilder für sich...